Unsere Russen – unsere Deutschen

Bilder vom anderen 1800 bis 2000

Die Ausstellung

Das menschliche Bedürfnis nach einer Ordnung der Welt vollzieht sich nicht zuletzt im Unterscheiden vom „Eigenen“ und „Fremden“. So wurzeln zahlreiche Selbst- und Fremdbilder in langen Traditionen. Seit dem 19. Jahrhundert etablierten sich in den europäischen Nationalstaaten Vorstellungen über andere Völker und Ethnien zu öffentlichen Gesamtbildern – und trugen maßgeblich zum kollektiven Selbstverständnis der jeweiligen Staaten und ihrer Gesellschaften bei. In Deutschland und Russland treten nationale Stereotype im öffentlichen und privaten Leben, in Kunst und Kultur, in Politik und Wissenschaft immer wieder in Erscheinung. Vorurteil und Realität liegen dabei oft weit auseinander.

 

Im 19. Jahrhundert bewegte sich das Russlandbild der Deutschen wie kein anderes Fremdbild in einem extremen Spannungsfeld von Furcht und Faszination. Im 20. Jahrhundert setzte sich ein negatives Bild von Russland durch. Angst- und Feinbilder gewannen immer größeres Gewicht und führten in der Zeit des Nationalsozialismus zum Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Dagegen hegte die russische Gesellschaft über Jahrhunderte vorwiegend Bewunderung und Neugierde für Deutschland. Erst die Bedrohung und reale Erfahrung im Zweiten Weltkrieg bewirkte, dass die Öffentlichkeit den Deutschen als Schreckbild wahrnahm. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war von einem langsamen Abbau der Konfrontation geprägt. Doch auch heute noch zeigen positive und negative Stereotype ihre nachhaltige Wirkung.

 

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Bilder und Objekte der Ausstellung (Auswahl)



1. Eduard Gaertner, Iwanowskaja Platz im Moskauer Kreml, Russland 1839



2. Bodenvase mit dem Portrait von Karl Marx, Sowjetunion 1953



3. Titelbild der Zeitschrift „Wlast“ zur Fußball-WM in Deutschland, Russland 2006



4. Titelbild der Zeitschrift „Der Spiegel“, Deutschland 2007



5. Nationalsozialistisches Propagandaplakat, Deutschland 1943



6. Plakat der „Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“, DDR 1958



7. Wahlplakat der CDU, BRD 1949



8. Telegraf der Firma Siemens-Halske, Russland Ende 19. Jhd.



9. Kinderzeichung mit dem Portrait eines deutschen Soldaten, Russland 1914



Zur Ausstellung erschien ein Begleitband im Christoph Links Verlag
ca. 300 Seiten, 110 farbige Abbildungen.

 

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Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst e.V.

Ausstellungskonzept und Projektleitung: Dr. Peter Jahn

Kuratoren: Andrea Moll., Dr. Philipp Springer

wiss. Mitarbeiterin: Andrea Kamp

Ausstellungsbüro: Nicole Klause

Öffentlichkeitsarbeit / Rahmenprogramm: Andrea Moll


Staatliches Historisches Museum Moskau

Projektleitung: Tamara Igumnowa

Kuratorinnen: Ljudmilla Dementjewa, Lija Indshija, Diana Kondratenko,

Natalja Tschewtaikina